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Brussels Governance Monitor
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Haushaltsführung: Brüssel, Flandern und Wallonien in der Krise

Kürzlich überprüft · 7. Feb. 2026

Regionales Haushaltsregime nach den Wahlen vom Juni 2024

Region Brüssel-Hauptstadt (BXL)Flämische Region (VLA)Wallonische Region (WAL)
EinheitWertDatum
BXLVorläufige Zwölftel (7. aufeinanderfolgendes Quartal)1. Februar 2026
VLAHaushalt 2025 verabschiedet, Haushalt 2026 in Vorbereitung1. Februar 2026
WALHaushalt 2025 verabschiedet (Dez. 2025), vorläufige Zwölftel Jan.-Nov. 20251. Februar 2026
BXLGeschätztes strukturelles Defizit: ~1,241 Milliarden EUR31. Dezember 2025
VLAGeschätztes strukturelles Defizit: ~2,1 Milliarden EUR31. Dezember 2025
WALGeschätztes strukturelles Defizit: ~1,8 Milliarden EUR31. Dezember 2025

Methodik

Vergleich des offiziellen Haushaltsstatus jeder Region zum gleichen Zeitpunkt (Februar 2026), auf Grundlage von Parlamentsdokumenten und Berichten des Rechnungshofs. Die Defizitzahlen stammen aus Schätzungen der NBB und des Rechnungshofs.

Vergleichbarkeitsgrenzen

Die Defizitzahlen sind Schätzungen der NBB und des Rechnungshofs, die je nach Region leicht unterschiedliche Methoden verwenden. Ein direkter Vergleich der absoluten Beträge ist heikel, da die regionalen Haushalte nicht den gleichen Zuständigkeitsbereich abdecken.

Kontext

Die Regional- und Bundeswahlen vom 9. Juni 2024 eröffneten in allen drei Regionen eine Phase der Regierungsbildung. Die Geschwindigkeit der Bildung bestimmte unmittelbar die Fähigkeit jeder Region, einen vollständigen Haushalt zu verabschieden.

Brüssel-Hauptstadt: die Haushaltsblockade

Die Region Brüssel-Hauptstadt hat im Februar 2026 immer noch keine vollwertige Regierung. Die scheidende Regierung verwaltet die laufenden Geschäfte, und das Brüsseler Parlament stimmt seit Juli 2024 vierteljährlich über Ordonnanzen für vorläufige Kredite (vorläufige Zwölftel) ab.

Konkrete Folgen:

  • Keine neue Investition kann gestartet werden
  • Auslaufende Subventionen und Mehrjahresvereinbarungen können nicht erneuert werden
  • Die kumulierte Inflation (~6 % über zwei Jahre) unterhöhlt den realen Wert der Ausgaben

Flandern: schnelle Rückkehr zur Haushaltsnormalität

Die flämische Regierung wurde im Oktober 2024 gebildet, etwa vier Monate nach den Wahlen. Das Flämische Parlament verabschiedete den Haushalt 2025 innerhalb der üblichen Fristen, sodass Investitionen und regionale Politiken ohne nennenswerte Unterbrechung fortgesetzt werden konnten.

Wallonien: verspätete Erholung

Die Wallonische Region erlebte eine längere Regierungsbildung als Flandern; die Regionalregierung wurde im Februar 2025 eingesetzt, etwa acht Monate nach den Wahlen. Die Region arbeitete fast ein Jahr lang mit vorläufigen Zwölfteln, konnte aber ihren Haushalt 2025 im Dezember 2025 verabschieden und damit das provisorische Regime beenden.

Was der Vergleich zeigt

Die Divergenz zwischen den drei Regionen veranschaulicht ein brüsselspezifisches Phänomen: Die institutionelle Komplexität (Sprachgleichgewichte, Anzahl der für eine Mehrheit benötigten Parteien) verlängert den Bildungsprozess erheblich. Während Flandern und Wallonien zu einem normalen Haushaltsbetrieb zurückgekehrt sind, verbleibt Brüssel in einem Ausnahmeregime, das seine Handlungsfähigkeit einschränkt.

Quellen

  • Rechnungshof, 30. Bemerkungsheft an das Brüsseler Parlament (November 2025)
  • Flämisches Parlament, Haushaltsdokumente 2025
  • Wallonisches Parlament, Haushaltsordonnanz 2025 (Dezember 2025)
  • NBB, Regionale Ströme und (Un-)Gleichgewichte (Oktober 2025)

Quelle: Rechnungshof Belgiens — Regionale Berichte 2025

Zuletzt aktualisiert: 7. Februar 2026