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Tech und Digital: Smart-City-Strategie eingefroren und Startup-Ökosystem geschwächt

Kürzlich überprüft · 7. Feb. 2026

~40 000 digitale Arbeitsplätze in Brüssel sind vom Einfrieren der Smart-City-Strategie, der Startup-Anreize und der Programme für digitale Inklusion betroffen.

Eingefrorene Mechanismen

  • Smart-City-Strategie

    Der Smart-City-Plan der Region Brüssel-Hauptstadt, der die Prioritäten für die digitale Transformation der öffentlichen Dienste und die intelligente Stadtentwicklung festlegt, ist ausgesetzt. Es können keine neuen Initiativen gestartet werden.

  • Subventionen für digitale Inklusion

    Die regionalen Förderprogramme für die digitale Inklusion vulnerabler Bevölkerungsgruppen sind eingefroren: es können keine neuen Projektaufrufe gestartet werden.

  • Regionale Startup-Anreize

    Die regionalen Fördermaßnahmen für Technologie-Startups (Innovationsprämien, Vor-Aktivitäts-Stipendien) können nicht angepasst oder erneuert werden.

  • Digitalisierung der öffentlichen Dienste

    Das Digitalisierungsprogramm der regionalen Verwaltungen ist ausgesetzt: es können keine neuen Entmaterialisierungsprojekte gestartet werden.

Was weiterläuft

  • Aktivität bestehender Technologieunternehmen

    Die in Brüssel ansässigen Technologieunternehmen führen ihre Aktivitäten normal fort. Bestehende Verträge und öffentliche Aufträge werden weiterhin ausgeführt.

  • Universitäre Forschung

    Die Brüsseler Universitäten (ULB, VUB, UCLouvain Saint-Louis) setzen ihre Forschungsprogramme im Bereich digitaler Technologien im Rahmen ihrer bestehenden Budgets fort.

Auswirkungsindikatoren

~40 000

Digitale Arbeitsplätze in Brüssel

Agoria / hub.brussels

~1 200

Aktive Technologie-Startups in der Region Brüssel

hub.brussels

~50 Millionen EUR

Innoviris-Investitionen (Jahresbudget)

Innoviris

Ein strategischer Sektor für die Zukunft Brüssels

Der Technologie- und Digitalsektor bildet eine wachsende Säule der Brüsseler Wirtschaft. Mit rund 40 000 direkten Arbeitsplätzen und einem Ökosystem von über 1 200 Startups hat sich Brüssel als digitaler Knotenpunkt in Europa positioniert. Die Präsenz der europäischen Institutionen und internationaler Organisationen stärkt die Attraktivität der Region für Technologieunternehmen.

Der Sektor ist von mehreren regionalen Mechanismen abhängig: der Smart-City-Strategie, den Subventionen für digitale Inklusion, den Startup-Anreizen unter der Verwaltung von Innoviris und hub.brussels sowie der Digitalisierung der öffentlichen Dienste.

Seit dem 9. Juni 2024 kann die geschäftsführende Regionalregierung keine neuen strukturellen Entscheidungen mehr in diesen Bereichen treffen.

Smart-City-Strategie: eine unterbrochene Vision

Der Mechanismus

Die Smart-City-Strategie Brüssels zielte darauf ab, digitale Technologien in die Stadtverwaltung zu integrieren: intelligente Mobilität, Datenmanagement, vernetzte öffentliche Dienste, digitale Bürgerpartizipation. Dieser Rahmenplan legte die Investitionen und Prioritäten fest, um Brüssel zu einer intelligenten und inklusiven Stadt zu machen.

Was blockiert ist

Unter einer geschäftsführenden Regierung können keine neuen strategischen Initiativen gestartet werden. Konkret:

  • Keine neuen Smart-City-Projekte (Stadtsensoren, Open Data, partizipative Plattformen)
  • Keine Anpassung des Plans an schnelle technologische Entwicklungen (Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit)
  • Keine neuen öffentlich-privaten Partnerschaften im digitalen Bereich
  • Keine Finanzierung für neue regionale digitale Infrastruktur

Quelle: Region Brüssel-Hauptstadt, Smart-City-Plan; hub.brussels, Observatorium der digitalen Wirtschaft, 2025.

Digitale Inklusion: vulnerable Bevölkerungsgruppen im Wartestand

Die Bedeutung

Brüssel zählt einen erheblichen Anteil an Einwohnern in digitaler Verwundbarkeit: ältere Menschen, Geringqualifizierte, Neuankömmlinge. Die regionalen Programme für digitale Inklusion finanzieren Schulungen, öffentliche digitale Räume und Begleitprogramme.

Was eingefroren ist

  • Keine neuen Projektaufrufe für Organisationen, die im Bereich digitaler Inklusion tätig sind
  • Keine Erweiterung öffentlicher digitaler Räume in benachteiligten Vierteln
  • Keine Anpassung der Programme an neue Bedürfnisse (obligatorische Online-Verwaltung, digitale Kluft nach COVID)
  • Keine Stärkung der Partnerschaften mit den ÖSHZ und den Gemeinden

Vor-Ort-Organisationen wie BeCode berichten über einen wachsenden Bedarf an digitaler Schulung, den die vorhandenen Mittel nicht decken können.

Quelle: BeCode, Tätigkeitsbericht 2024; König-Baudouin-Stiftung, Barometer der digitalen Inklusion, 2025.

Startup-Anreize: ein geschwächtes Ökosystem

Der Kontext

Das Brüsseler Startup-Ökosystem hat sich dank einer Reihe regionaler Instrumente entwickelt: Vor-Aktivitäts-Stipendien, Innovationsprämien von Innoviris, Begleitung durch hub.brussels und von der Region unterstützte Inkubatoren.

Folgen der Einfrierung

  • Keine neuen Programme für Innovationsförderung, angepasst an aktuelle technologische Trends
  • Keine Aufwertung der Stipendien- und Prämienbeträge gegenüber der Inflation
  • Keine neuen Vereinbarungen mit Inkubatoren und Beschleunigern
  • Keine regionale Strategie zur Gewinnung internationaler Technologietalente

Innoviris finanziert weiterhin die vor Juni 2024 genehmigten Projekte, kann aber keine neuen großangelegten Projektaufrufe starten.

Quelle: Innoviris, Jahresbericht 2024; hub.brussels, Barometer der Brüsseler Startups, 2025.

Digitalisierung der öffentlichen Dienste: Modernisierung auf Pause

Die Brüsseler Regionalverwaltungen hatten ein umfassendes Digitalisierungsprogramm begonnen. Unter einer geschäftsführenden Regierung:

  • Sind die neuen Digitalisierungsprojekte (digitales Einheitsportal, regionale digitale Identität) ausgesetzt
  • Können keine großen IT-Vergabeverfahren gestartet werden
  • Ist die digitale Schulung der Beamten auf bestehende Programme beschränkt
  • Stagniert die Interoperabilität zwischen den Systemen der verschiedenen Brüsseler Verwaltungen

Quelle: CIRB (Zentrum für Informatik der Region Brüssel), Tätigkeitsbericht 2024.

Was weiterhin funktioniert

Technologieunternehmen

Die in Brüssel ansässigen Technologieunternehmen führen ihre Aktivitäten normal fort. Der private Digitalmarkt ist nicht direkt von der geschäftsführenden Regierung betroffen, obwohl das Fehlen einer aktiven Regionalpolitik die Attraktivität des Standorts verringert.

Universitäre Forschung

Die Brüsseler Universitäten setzen ihre Forschungsprogramme in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und Big Data fort. Durch europäische Programme (Horizon Europe) finanzierte Projekte sind nicht betroffen.

Bestehende digitale Dienste

Die bereits eingeführten regionalen digitalen Plattformen und Dienste funktionieren weiterhin mit den bestehenden Wartungsbudgets.

Auswirkungen vor Ort

Das Einfrieren der regionalen Mechanismen hat konkrete Folgen für den Digitalsektor:

  • Geschwächtes Startup-Ökosystem: ohne neue Anreize sind Brüsseler Startups gegenüber den flämischen und wallonischen Ökosystemen benachteiligt
  • Vergrößerte digitale Kluft: vulnerable Bevölkerungsgruppen fehlen Schulungen und Begleitung
  • Technologischer Rückstand: die Smart-City-Strategie fällt hinter andere europäische Hauptstädte zurück
  • Sinkende Attraktivität: internationale Digitaltalente wenden sich Regionen mit aktiverer Unterstützung zu

Ausblick

Der Brüsseler Digitalsektor verfügt über strukturelle Stärken: die europäische Präsenz, ein qualitatives universitäres Potenzial, eine kulturelle Vielfalt, die innovationsfördernd ist. Doch diese Stärken genügen nicht ohne eine aktive regionale Unterstützungs- und Entwicklungspolitik.

Jeder Monat ohne regionale Digitalstrategie bedeutet aufgelaufenen Rückstand gegenüber Städten wie Amsterdam, Berlin oder Lissabon, die massiv in ihre digitale Transformation investieren.

Hauptquellen: Agoria, Bericht über die belgische Digitalwirtschaft 2024; Innoviris, Jahresbericht 2024; hub.brussels, Wirtschaftsobservatorium; BeCode, Tätigkeitsbericht 2024.

Zurück zur Startseite7. Februar 2026

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